Exbanker
Für die jetzigen Konjunkturprogramme . . .
Freitag, 27. Februar 2009, 17:46
werden wir uns in zehn Jahren wahnsinnig in den Arsch beißen. Die U.S.A. pumpen mehrere Billionen in den Markt. Europäische Länder geben hunderte von Milliarden für konjunkturfördernde Maßnahmen aus. Dadurch soll die Talsohle der Wirtschaftskrise schneller erreicht werden und der Abschwung zeitlich abgekürzt werden. Aber selbst die größten Optimisten gehen nicht davon aus, daß die Rezession dadurch um mehr als 0,5% abgemildert werden kann (Noch wahrscheinlicher aber ist, daß der Effekt wie ein Strohfeuer verpufft. Siehe auch: http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/konjunkturprogramm-stoesst-auf-skepsis-314986/ ). Und so wohlmeinend dieses Ziel ist, so kurzsichtig ist es auch. Wenn die Staaten nicht so verschuldet wären, sondern diese Maßnahmen aus erspartem Vermögen finanzieren würden, wäre dem Vorgehen ja gar nichts entgegenzusetzen. Aber die Staaten sind unendlich verschuldet. Viele, einschließlich Deutschland, haben ein Vielfaches ihrer jährlichen Staatseinnahmen als Schulden aufgebaut. Und die meisten berücksichtigen noch nicht einmal die staatlichen Pensionsverbindlichkeiten in dieser Bilanz. Eine Reihe europäischer Staaten befindet sich bereits jetzt am Rand der Zahlungsunfähigkeit (Dazu gehören Irland und Griechenland, aber eventuell auch Länder wie Spanien und Italien, siehe http://www.readers-edition.de/2009/02/27/soll-deutschland-andere-europaeische-laender-vor-dem-staatsbankrott-retten/ ). Trotzdem hat die Staatsgemeinschaft momentan wahrscheinlich noch gerade so viel Schlagkraft, daß sie umfangreiche Staatsinsolvenzen abfedern und die derzeitig diskutierten Konjunkturprogramme wuppen kann. Aber diese sind teuer bezahlt. Wir kaufen uns ein kleines Trostpflaster, was die Schmerzen jetzt kaum merklich lindern wird, und gehen im Gegenzug das massive Risiko ein, daß in zehn oder fünfzehn Jahren, Staaten reihenweise insolvent gehen werden, Deutschland eingeschlossen. Die Konsequenzen, die von Massenarmut und Massenhunger bis zu Bürgerkriegen reichen können, werden wir uns und unseren Entscheidern des Jahres 2009 dann zu Recht vorhalten. Es ist wirklich an der Zeit, daß wir gerade in Zeiten der Not unseren kurzfristigen Egoismus zurückstellen. Aber das kann man von einem politischen System, in dem nur die nächste Wahl zählt, wohl nicht erwarten.

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